„Wir wollen unter uns bleiben.“ Die Mitglieder einer Gruppe fühlen sich wohl, wenn sie unter sich sind. Das mag legitim erscheinen. Aber oft können sich Menschen nur deshalb besser und stärker fühlen, indem sie andere ausgrenzen. So werden gesellschaftliche Schichten undurchlässiger und Herkunft, Einkommen, Bildung, Sprache, Konsumgewohnheiten zum Kriterium der Ausgrenzung. Aber auch reiche Länder schotten sich gegen die ärmeren ab.
Der Vortrag versteht sich als Beitrag zum „Europäischen Jahr 2010 gegen Armut und soziale Ausgrenzung“. Er interpretiert Adornos entlarvende Erkenntnis "Gemütlichkeit und Grausamkeit liegen nahe beieinander" und zeigt, wie ein ingroup/outgroup-Denken zur Errichtung von neuen Barbarengrenzen führt, die „die Anderen“ draußen halten sollen.