Wintersemester 2010-2011
Sie sind hier: Home / Textarchiv

Kirchen, Pubs und Hunderennen
(HSG-Londonfahrt: 9.-15.3.2008)

Am Montag, 10. März, betraten wir frühmorgens englischen (Flughafen-) Boden. Einen sehr nassen englischen Boden, wie wir sogleich feststellten. Wir, das waren 24 StudentInnen, Ehemalige und Angehörige der Hochschulen Landshut und Freising inklusive Organisationsteam, bestehend aus Ulrich Conrad, Alfons Hämmerl, Franz Heilmeier und Anne Lüters. Tags zuvor waren wir mit dem Zug nach Nürnberg gefahren, wo wir in einem Saal der katholischen Hochschulgemeinde Nürnberg übernachtet hatten. Unser Flieger ging nämlich in aller Herrgottsfrüh, um sieben Uhr.

Sturm über London

Bei unserer Ankunft in London herrschte Sturm und es regnete „cats and dogs“! Deshalb brauchten wir auch geschlagene zwei Stunden zu unserem Hotel am Hyde-Park. Wir bezogen unsere 4-Bett-Zimmer, die sogar den Luxus eines Mini-Bades hatten. Anschließend fuhr uns die U-Bahn in die Innenstadt. Nach dem Mittagessen stand eine Führung an. Aber immer noch goss es in Strömen. Nach einer halben Stunde wurde deshalb beschlossen, aufzuhören, und die Führung an einem anderen Tag nachzuholen. So hatten wir den restlichen Nachmittag frei und gingen ins Museum, zu Harrods oder ins nächste Café. Am Abend erkundigten wir mit den Doppeldecker-Busen das nächtliche London.

Kirchentag

Der Dienstag stand im Zeichen der Kirchen. Als erstes fuhren wir zur Westminster Abbey. Ulrich erzählte uns einiges zur Geschichte der Krönungs- und Beerdigungskirche des englischen Königshauses und Alfons ergänzte mit Informationen zum gotischen Baustil. Als wir am Eingang warteten, berichtete der Wärter stolz, dass tags zuvor die Queen zum Gottesdienst da gewesen wäre. Nachdem wir uns die Grabmäler und Gedenksteine sämtlicher englischer Könige und Dichter, wie Shakespeare, angesehen hatten, ging es weiter zur St. Paul`s Cathedral. Dort wohnten wir einem Gottesdienst nach anglikanischem Ritus bei. Es war sehr beeindruckend, in dieser riesigen, phantastischen Kirche zu sitzen und noch dazu sich gegenüber, statt hintereinander wie man das von zuhause gewohnt ist.

Nach der Mittagspause waren wir zu Gast in einem Studentenwohnheim der anglikanischen Kirche, wo wir bei Tee und Kuchen Wissenswertes zur anglikanischen Kirche erfuhren. Am Abend gingen die meisten von uns in ein Musical. Die einen sahen sich König der Löwen, die anderen Wicked oder das Phantom der Oper an. Alle waren restlos begeistert von den Aufführungen und schwärmten sich gegenseitig am nächsten Morgen davon vor.

Stadtführung und Greenwich

Am Mittwoch konnten wir unsere Stadtführung trockenen Fußes fortsetzen. Von der National Gallery ging es in die Pall Mall, vorbei an den exklusiven Herrenclubs zum St. James`s Palast. Dort sahen wir die Wachablösung an und folgten den Soldaten zum Buckingham Palast. Anschließend spazierten wir an der Whitehall entlang zur Downing Street. Der Sitz des Premierministers war abgeriegelt wie ein Hochsicherungstrakt. Schließlich standen wir am berühmtesten Abgeordnetensitz der Welt: Houses of Parliament mit Big Ben. Hier endete unsere Führung und ein jeder zog seiner Wege: die einen zu Madame Tussaud`s Wachsfigurenkabinett, die anderen zum London Eye, dem Riesenrad an der Themse oder zum Essen. Der Großteil der Gruppe traf sich anderthalb Stunden später am Tower. Nachdem wir diesen sowie die Towerbridge begutachtet hatten, fuhren wir durch die Docklands Richtung Greenwich. Die Fahrt war beeindruckend: neben riesigen Bürotürmen, an deren Füßen das Wasser der Themse vorbeiläuft, stehen dort zwei- bis dreistöckige schicke Appartmenthäuser. Um nach Greenwich zu gelangen, mussten wir noch durch einen Tunnel unter der Themse durch. Anschließend spazierten wir hinauf zum Observatorium, das leider gerade geschlossen hatte, so dass wir nur durch die Gitterstäbe einen Blick auf den berühmten Null-Meridian erhaschen konnten. Danach hatten wir Zeit, um ins Teehaus zu gehen, einzukaufen oder zu bummeln. Am Abend traf man sich dann im Pub in der Nähe des Hotels.    

College, MINI und ein Hunderennen

Am Donnerstag fuhren wir mit dem Zug in die Universitätsstadt Oxford. Nach einem kurzen Fußmarsch betraten wir das altehrwürdige Exeter-College, wo wir schon erwartet wurden. Als normale Touristen hätten wir das College nicht einmal betreten dürfen. Aber dank der guten HSG-Kontakte wurden wir sogar von der Rektorin empfangen und von ihr selbst durchs College geführt. Neben der Kapelle mit ihren schönen Glasfenstern waren die in dunklem Holz gehaltene Essenshalle sowie der verwunschene Garten die Höhepunkte der Führung. Später erzählte einer der Professoren aus dem technischen Bereich von seiner Arbeit und den Studienbedingungen. Ein Doktorand ergänzte dies mit seinen eigenen Erfahrungen. Danach hatten wir zweieinhalb Stunden Zeit für Oxford selbst. Neben dem Christ Church College, wo auch die Harry Potter-Filme gedreht wurden, gab es eine hübsche Markthalle zu sehen mit vielen kleinen Geschäften (echt englische Hüte!). Später fuhren wir hinaus zum MINI-Werk, wo uns der Kommunikationschef, Nikolai Glies, erwartete. Nach einer kurzen Einführung zur MINI-Produktion, führte er uns durch das Werk. Wir sahen das Stanzwerk, die „Hochzeit“ und die Lackiererei. Dazu erzählte uns Herr Glies die jeweiligen Produktionsschritte, aber auch Details zur Ausbildung, zur Arbeitsplatzsituation und zur Stellung der Industrie in der englischen Gesellschaft. Der krönende Abschluss unseres Oxford-Tages war der Besuch eines Windhundrennens. Dort herrschte eine ganz eigene Stimmung. Wir warteten gespannt auf unser erstes Rennen. Die Hunde wurden von ihren Besitzern an den Zuschauerrängen vorbei zu den Startboxen gebracht. Als das Zeichen zum Start kam, liefen aber nicht die Hunde, sondern erst der falsche Hase los. Sobald dieser die Startbox passierte, gingen die Klappen auf und die Hunde stürmten hinter dem Hasen her. Gut versorgt mit Chips, sprich Pommes, und Cola, verbrachten wir einen vergnüglichen Abend. Um Mitternacht waren wir wieder zurück in London.

Sonniger und lustiger Abschluss

Nach dem Frühstück fuhren wir zur Tate Modern. Ulrich erklärte uns, dass das Museum in einem ehemaligen Kraftwerk untergebracht sei. Das sah man ihm auch an. Umso beeindruckender war sein Innenraum. Eine unglaubliche Weite! Vom Museum ging es am Shakespeare Globe Theatre weiter zum Borough Market. Auf dem Weg dorthin kamen wir am ältesten Gefängnis Londons und an einem Nachbau von Sir Francis Drakes Segelschiff vorbei. Zum Mittagessen konnte man sich auf dem Markt den Bauch voll schlagen und die Sonnenstrahlen genießen. Anschließend hatten wir bis halb fünf frei. Schließlich ging es zum Flughafen und um halb neun hieß es „Bye, bye London“.

In Nürnberg angekommen, ließen wir unser Gepäck im Schlafsaal und gingen ins Irish Pub. Dort feierten wir Ulrichs Geburtstag und unsere Londonfahrt laut und fröhlich bis um vier Uhr morgens. Kurze fünf Stunden später stiegen wir in den Zug und fuhren voller Reiseerlebnisse heim. 

Veronika Rößle